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06.10.2011

(Aus-)Bildung: Wien fällt zurück!

"Der Druck wächst, in Wien etwas gegen die schwerwiegenden Defizite im Bereich Bildung und Ausbildung zu tun", stellt IV-Wien-Präsident Kapsch in seinem aktuellen Leitartikel fest.

Viel zu lange wurde tatenlos zugesehen, wie die Bundeshauptstadt und Österreich insgesamt immer mehr an Boden gegenüber anderen Ländern verloren hat. Zu viele Menschen in Wien haben Bildungs- und Ausbildungsmängel - vor allem bei den Jugendlichen. Das besagt auch eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes. Demnach ist der Anteil der Pflichtschulabgänger, die keine weitere Ausbildung machen, alarmierend hoch.         

 

Der Prozentsatz jener, die nach der Pflichtschule nicht mehr ausgebildet werden bzw. wurden, liegt in Wien mittlerweile höher als im Durchschnitt der EU-Großstädte und der EU-Regionen insgesamt und das bei steigender Tendenz.

 

Und ein weiterer besorgniserregender Trend ist festzustellen: es sind die bereits besser Ausgebildeten, die sich weiterbilden und nicht jene, die ein hohes Bildungsdefizit haben. Gleichzeitig nimmt der Anteil der Wiener Jugendlichen mit "akutem Qualifikationsbedarf" zu und das, obwohl die Zahl der Jugendlichen insgesamt zurückgeht! Zu viele Mädchen und Burschen haben in Wien nicht die entsprechenden Basisvoraussetzungen, wie etwa im Bereich der Lesekompetenz, um die Anforderungen am Arbeitsmarkt zu erfüllen. Das heißt die Bildungskluft geht stetig weiter auseinander - hier müssen wir dringend gegensteuern! Nur 26,5 Prozent der Wiener Erwerbstätigen verfügen zudem über einen Hochschulabschluss - in Brüssel, London oder Paris liegt der Wert jenseits der 40 Prozent. Diese Entwicklung ist natürlich vor allem im Hinblick auf den wirtschaftlichen Strukturwandel hin zu mehr Technologie sowie Dienstleistungen äußerst problematisch.

 

Es ist sehr zu begrüßen, dass die Stadt Wien nun mit einem "Qualifikationsplan" gegensteuern will und es auch seitens der Bundesregierung dazu positive Signale gibt. Insgesamt muss es darum gehen, die Jugendlichen, aber auch die aufgrund fehlender Qualifikation Arbeitslosen, zu motivieren, zu lernen. Letztendlich brauchen wir aber vor allem messbare Ergebnisse, die zu sichtbaren und klaren Verbesserungen führen, denn reine Absichtserklärungen werden für eine erfolgreiche Zukunft unserer Jugend nicht ausreichen.


[ IV-Wien ]
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Ausbildung darf nicht mit der Pflichtschule enden.
Ausbildung darf nicht mit der Pflichtschule enden.


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