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[ 28.06.2010 ]

Gesellschaft braucht Vielfalt

Integration und Migration bieten große wirtschaftspolitische und gesellschaftspolitische Chancen für Österreich, meint IV-Wien-Präsident Kapsch in seinem aktuellen Leitartikel.

Österreichische Unternehmen, Interessenverbände und der ORF haben kürzlich unter Koordination des Vereins „Wirtschaft für Integration" den „Österreichischen Integrationspreis 2010" verliehen. Integration und Migration bieten große wirtschaftspolitische und gesellschaftspolitische Chancen für Österreich. Dafür hat der in Österreich einzigartige und erstmals verliehene Integrationspreis ein Zeichen gesetzt. Zugleich hat er deutlich gemacht, dass Integration in Österreich in vielen unterschiedlichen Bereichen vorbildhaft umgesetzt wird. Die Industriellenvereinigung (IV) unterstützt mit voller Überzeugung den Integrationspreis, mit dem Einzelpersonen, Vereine, Gemeinden oder Unternehmen ausgezeichnet werden, die beispielhafte Initiativen im Bereich Integration setzen und so einen gelungenen Beitrag zum interkulturellen Zusammenleben und zur Integration von zugewanderten Menschen leisten.

  

Wachstumsmotor Zuwanderung

Zuwanderung ist ein Wachstumsmotor, denn Vielfalt und Offenheit fördern Wissen und stärken den Innovationsgeist einer Gesellschaft. Bedauerlicherweise werden die Chancen von Zuwanderung und Integration in Österreich immer noch unterschätzt. So sehen laut einer aktuellen GfK-Studie nur 37 % aller Österreicherinnen und Österreicher in der kulturellen und religiösen Vielfalt etwas Positives und eine Bereicherung für alle im Land. Mehr Problembewusstsein für die Haltung der Bevölkerung ist daher genauso notwendig wie bewusstseinsbildende Maßnahmen für mehr Offenheit. Das Schüren von Ängsten ist angesichts der Tatsache, dass pro Jahr auf etwa 250 „Österreicher" nur ein zu Integrierender kommt, unbegründet und äußerst schädlich.

 

Chancen von Migration erkennen

Vor allem auch aufgrund der demografischen Verschiebungen in unserer Gesellschaft brauchen wir eine gesteuerte Zuwanderung, insbesondere wenn wir spürbare Wohlstandsverluste vermeiden wollen. Auch jetzt, inmitten der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, hat die heimische Industrie Schwierigkeiten, dringend benötigte Fachkräfte zu bekommen. Eine qualifizierte Zuwanderung, gesteuert über ein kriteriengeleitetes Migrationsmodell, kann hier Abhilfe schaffen. Dabei muss den Menschen die Angst genommen werden: Es ist falsch, dass durch Zuwanderung heimische Jobs verloren gehen würden. Vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall: Lassen sich Schlüsselpositionen nicht besetzten, gehen auch damit verbundene Arbeitsplätze verloren.

Migrationsforscher und Wirtschaftsexperten fordern zudem seit Jahren eine insgesamt verbesserte Zuwanderung für Europa: Untersuchungen belegen, dass Zuwandernde mit ihrem Wissen und den Beziehungen auf den Märkten ihrer Herkunftsländer massiv die Exporte aus ihrem Zielland in ihr Herkunftsland erhöhen, wovon gerade Österreich als exportorientiertes Land profitieren würde. Wien, Österreich und Europa als Ganzes brauchen daher qualifizierte Zuwanderung und Vielfalt, um im globalen Wettbewerb auch in Zukunft weiter bestehen zu können.


[ IV Wien ]

Mag. Georg Kapsch, IV-Wien-Präsident
Mag. Georg Kapsch, IV-Wien-Präsident




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