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[ 04.06.2010 ]
IV-Umfrage bestätigt Handlungsbedarf in der Migrations- und IntegrationspolitikPräsident Kapsch: Einfacherer Zugang zum Arbeitsmarkt – Förderung von Sprache und Bildung – Integrationspreis kommende Woche setzt ZeichenDie aktuellsten Ergebnisse des „Migration Mirror", einer Unternehmensbefragung der Industriellenvereinigung (IV), bestätigen die Dringlichkeit konkreter Handlungen in der Österreichischen Migrations- und Integrationspolitik. So sind sich die befragten Unternehmensvertretungen sowie Expertinnen und Experten darüber einig, dass das Zuwanderungssystem für Menschen aus Ländern außerhalb der EU klarer und transparenter gestaltet werden müsse. 87 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Österreich für seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft mehr Zuwanderung von qualifizierten Personen braucht, und alle Befragten meinen, dass für die Zuwanderung aus den neuen EU-Mitgliedstaaten mehr Offenheit notwendig sei. Die Forderung, den Zuzug von Hochqualifizierten aus dem Ausland durch spezielle Rekrutierungsprogramme und staatliche Anreize zu fördern, teilen zwei Drittel der befragten Wiener Unternehmen - in ganz Österreich sogar 88 Prozent. 80 Prozent sind der Ansicht, dass es für qualifizierte Zuwandernde aus Ländern außerhalb der EU einen einfacheren Zugang zum Arbeitsmarkt braucht.
„Wir müssen aus der Vergangenheit lernen und von einer defensiven und sicherheitsorientierten zu einer aktiven und zukunftsorientierten Migrations- und Integrationspolitik kommen", ist Mag. Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Wien überzeugt. Der Industriellenvereinigung, die sich für ein kriteriengeleitetes Zuwanderungsmodell einsetzt, ist es nicht nur aus wirtschaftspolitischen sondern insbesondere aus gesellschaftspolitischen Gründen ein Anliegen, in der österreichischen Migrations- und Integrationspolitik einen Paradigmenwechsel zu erreichen.
Neben migrationspolitischen Herausforderungen besteht insbesondere bei der Förderung von Bildung und Sprache enormer Aufholbedarf. 87 Prozent der befragten Wiener Unternehmen schlagen mehr öffentliche Investitionen in die sprachliche Förderung von Migrantinnen und Migranten vor. Nur 20 Prozent halten das Angebot an Sprachförderungsprogrammen in Österreich für ausreichend. Im Bereich der Bildung liegt ein massiver Nachholbedarf vor, was die Bildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund betrifft. Aus dem Migration Mirror geht überdies hervor, dass es verstärkt öffentliche Maßnahmen zur frühzeitigen Förderung von Kleinkindern mit Migrationshintergrund benötigt. „Bildung ist hierbei DER Schlüssel, damit jede und jeder, egal welcher Herkunft, die gleichen Möglichkeiten in unserer Gesellschaft hat", so Kapsch.
„Damit der Integrationsprozess von Anbeginn erfolgreich ist, braucht es schon in den Ursprungsländern Möglichkeiten für potentielle Zuwandernde, sich über das Leben und die Arbeitsbedingungen in Österreich zu informieren", fordert Kapsch weiter. In Wien sind zudem rund 67 Prozent der Meinung, dass Österreich dringend mehr Maßnahmen braucht, um interessierten Menschen aus dem Ausland die notwenigen Informationsmaterialen sowie Beratung und Service zur Verfügung stellen zu können. Eine gelungene Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sei für den gesellschaftlichen Zusammenhalt genauso entscheidend wie für den Erfolg von Unternehmen. Laut Umfrage ist aber in Österreich zu wenig Bewusstsein für die Vorteile von Zuwanderung zu finden. Die IV begegnet dieser Herausforderung mit einer Preisverleihung an engagierte Menschen in Österreich, die durch ihre Projekte, Integration in Österreich besser gelingen lassen. Am Montagabend lädt die österreichische Wirtschaft gemeinsam mit dem Verein Wirtschaft für Integration und dem ORF zur Vergabe des ersten Österreichischen Integrationspreises ins Haus der Industrie ein.
Weitere Informationen zum Migration Mirror: http://www.iv-net.at/b1557m144 Weitere Informationen zum Österreichischen Integrationspreis: http://integrationspreis.orf.at/ [ IV Wien ]
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