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[ 31.03.2010 ]
Mehr Unternehmertum für Österreich!Bei den Themen „Entrepreneurship“, „unternehmerische Entfaltungsmöglichkeiten“ und „Dynamik“ gibt es in Österreich und insbesondere auch in Wien noch enormen Aufholbedarf – IV-Wien-Präsident Kapsch formuliert es in seinem Leitartikel lieber positiv und sagt „Optimierungspotenzial“.Die Erfolge auf nationalen und internationalen Märkten hängen zum Großteil vom Wissen, den Fähigkeiten und Kenntnissen der Absolventinnen und Absolventen unseres Bildungswesens ab. Hier haben wir Stärken, aber auch noch vieles zu tun - Stichwort Bildungsreform. Denn es ist unbestritten: Kontinuierliches Lernen und „besser werden" auf individueller und betrieblicher Ebene sind absolute Grundvoraussetzungen für unternehmerischen Erfolg. Das Commitment von Stadt und Bund ist insbesondere hier essenziell, die Industrie wird ein verlässlicher und konsequenter Partner bleiben. Daneben müssen wir aber auch bei der zentralen Frage der Förderung von Unternehmertum engstens kooperieren, wollen wir weiter vorne mitspielen.
Als Wiener Industrie verstehen wir uns als Ideenbringer und -treiber, Servicestelle für Unternehmen und Umsetzer von konkreten Maßnahmen gleichermaßen, damit Betriebe in unserer Stadt den nötigen Spielraum zum erfolgreichen Wirtschaften haben, denn nur so schaffen wir die qualitativen Arbeitsplätze, die uns den Lebensstandard in den nächsten Jahren erhalten können.
Was unternimmt die IV Wien, um Unternehmertum in unserer Stadt zu fördern? Beginnen wir mit START Vienna, einer Initiative, die grenzübergreifend in Europa das unternehmerische und innovative Denken und Handeln aktivieren und innovative, erfolgreiche Start-ups hervorbringen wird. Ein wichtiges Element von START ist das STARTup Weekend, ein erfolgserprobtes internationales Veranstaltungskonzept, das seit 2007 stetig weiterentwickelt wurde. Im Rahmen eines Wochenendes werden Menschen mit Ideen und gründungsinteressierte Personen in interdisziplinären Teams zusammengebracht. Businesspläne werden weiterentwickelt mit dem Ziel, neue, innovative Unternehmen zu gründen, sowie die breiten Netzwerke zu nutzen, die hinter dieser Veranstaltung stehen.
Die Wiener Industrie unterstützt auch UNIUN. In diesem Projekt gründen Universitätsabsolventinnen und -absolventen sowie Studierende Unternehmen. „UNIUN" ist ein Qualifizierungs- und Ausbildungsprogramm des Alumniverbands der Universität Wien und des Außeninstituts der TU Wien für Gründerinnen und Gründer zur beruflichen Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Bisher haben seit 1999 ca. 600 Personen erfolgreich Programme im Rahmen von UNIUN abgeschlossen.
Ebenso stehen wir hinter dem Projekt „Wissensfabrik Österreich", einer Initiative namhafter österreichischer Unternehmen und Organisationen zur Förderung von Wissenschaft und Technik sowie vor allem von unternehmerischem Denken an unseren Schulen.
Die Junge Industrie Wien ist die Interessenvertretung und Netzwerkeinrichtung der Jungunternehmer und jungen Führungskräfte der Industrie in Wien. Sie ist unser Kooperationspartner in verschiedenen Projekten zur Förderung des unternehmerischen Gedankens vor allem schon im Jugendalter. So ist die JI Wien Partner von IFTE (Initiative für Teaching Entrepreneurship), die u. a. einen Business-Plan-Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler in Österreich organisiert. Außerdem unterstützt die Junge Industrie das Projekt JUNIOR, eine Non-Profit-Organisation, die durch handlungs- und erlebnisorientierte Programme das unternehmerische Denken von Schülerinnen und Schülern fördert. JUNIOR Österreich ist im weltweiten Verbund der Junior-Initiative verankert und ermöglicht so auch die Teilnahme an internationalen Projekten.
Der weltweit größte Wettbewerb, der die Leistung herausragender Unternehmerinnen und Unternehmer würdigt, ist der EOY: Entrepreneur Of The Year®. Dieser Unternehmenspreis ist aus unserer Sicht etwas Besonderes: Es gibt zwar gut ein Dutzend anderer Auszeichnungen in diesem Bereich, aber keiner dieser Preise stellt die Personen, die hinter diesen Firmen stehen, so dezidiert in den Mittelpunkt. Denn es sind doch oft Kennzahlen - wie etwa die Umsätze, Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Cash-Flow-Entwicklung usw. - im Vordergrund. Die Würdigung des Unternehmertums ist gerade im Hinblick auf künftige Wirtschaftsstrukturen eine wichtige Botschaft an die Wirtschaft.
Unser Credo bei allen Förderungen und Unterstützungen ist: Für gute Ideen müssen stets die erforderlichen Mittel vorhanden sein und bereitgestellt werden. Wichtig für unsere Gesellschaft in Österreich ist aber auch, endlich zu lernen, mit Veränderung und auch mit dem Scheitern positiv umzugehen. Nur ein ständiger Neuerungswille und ein Ergreifen neuer Chancen kann helfen, die Armutsfalle zu vermeiden und alle am Wohlstand besser teilhaben zu lassen. Wir dürfen nicht vergessen, dass laut österreichischer Gewerbeordnung das „redliche Scheitern" und der Konkurs eines Unternehmers noch bis ins Jahr 2002 grundsätzlich das endgültige Aus für eine selbstständige Karriere bedeutet haben. Die betroffene Person hat keine „zweite Chance" bekommen, obwohl sie an wichtigen Erfahrungen reicher geworden ist. Scheitern darf in Österreich nicht mehr stigmatisiert werden. Jede und jeder muss eine faire neue Chance bekommen. Denn wer Erfolg haben möchte, muss auch scheitern dürfen. Ohne eine Kultur, die dies zulässt, ist Unternehmertum nicht möglich! [ IV Wien ]
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