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[ 22.01.2010 ]
Astronaut und Politiker Schmitt: „Bildung als Schlüssel“Der letzte Mann auf dem Mond und ehemalige US-Senator, Harrison H. Schmitt, sieht im Interview mit Raphael Draschtak Bildung als das wichtigste Gut im internationalen Wettbewerb.Wir müssen das primäre Augenmerk auf Ausbildung in Mathematik und Naturwissenschaften legen", betont Schmitt im Interview mit den iv.positionen und stellt klar: „Wenn wir nicht in die Bildung investieren, werden wir nicht wettbewerbsfähig sein." In diesem Zusammenhang sei auch die österreichische Mitgliedschaft bei der ESA (Europäische Weltraumagentur) sehr wesentlich, um jungen Menschen Chancen zu eröffnen. Da es in Europa sehr viele kleine und mittelgroße Länder gebe, sei die übernationale Zusammenarbeit ganz besonders wichtig.
Starke Partner „Europa muss allerdings politisch noch viel enger zusammenwachsen, dann ist es auch auf der weltpolitischen Ebene ein starker Mitbewerber für alle anderen", so der ehemalige US-Astronaut. Vor allem für die USA wäre Europa dann ein noch stärkerer Partner als bisher. „Aus einer engeren Zusammenarbeit ergeben sich große Chancen für junge Menschen aus Österreich und ganz Europa. Sie haben es über Weltraumprogramme hinaus in der Hand, durch Neugier und Eigeninitiative neue Technologien und damit wirtschaftliche Impulse für die Industrie zu schaffen."
Wasser auf dem Mond Schmitt geht nicht davon aus, dass die jüngsten NASA-Funde von Wasservorkommen auf dem Mond den Bau einer bemannten Raumstation am Erdtrabanten entscheidend beschleunigen werden. Wasserstoff sei auf der ganzen Mondoberfläche zu finden, womit man Wasser leicht überall herstellen könne. Jedoch müsse man für die Nutzung des gefrorenen Wassers aus den Schattenregionen des Mondes „fähig sein, bei -233° C zu arbeiten"- und das sei derzeit noch nicht möglich.
Wissenschaftlich wertvoll Das Mondprogramm sei im Auftrag Präsident Kennedys „zuerst eine politische, dann erst später auch eine wissenschaftliche Mission gewesen. Wir haben am Mond viel über die Frühgeschichte der Erde gelernt", betont Schmitt. Der Mond zeige ein Zeitfenster der Entstehung unseres Sonnensystems, das auf der Erde von dynamischen Prozessen überdeckt werde.
Der Weg zum Mars Schmitt glaubt an eine Zukunft des Menschen auf dem Erdtrabanten, schließlich „führt die schnellste Verbindung zum Mars über den Mond". Der Mond würde sich auf dem Weg zu diesem nächsten Ziel der bemannten Raumfahrt als „Trainingslager für Generationen junger Menschen" eignen. Ob es tatsächlich Generationen dauert, bis ein Mensch zum Mars fliegt, hänge aber von der Politik ab. An der bemannten Raumfahrt führe jedenfalls kein Weg vorbei. [ IV Positionen ]
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