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[ 09.12.2009 ]

Themen und Projekte: Wo stehen wir?

"Gesellschaft, Bildung, Infrastruktur und der Industriestandort Stadt" stehen im Zentrum der Arbeit der IV Wien, stellt IV-Wien-Präsident Georg Kapsch in seinem aktuellen Leitartikel in den "iv.positionen" fest.

Vier Fragen habe ich bei meinem Antritt als Präsident der IV Wien vor einem Jahr ins Zentrum unserer Arbeit für die „Wissens- und Industriemetropole Wien" gestellt: Gesellschaft, Bildung, Infrastruktur und den Industriestandort Stadt. Nur im Verbund können diese Themen nachhaltig Wachstum und Wohlstand für die Region sicherstellen. Einiges haben wir bereits - in enger und guter Zusammenarbeit mit der Stadt - erreicht und abgeschlossen. Andere Projekte befinden sich gerade in der Um-setzungsphase oder werden derzeit implementiert. Besonderer Dank gilt hier auch meinen Kollegen im Präsidium sowie dem Team der IV Wien für die Fortschritte in diesem Jahr.

 

Gleich zu Beginn möchte ich das Zukunftsthema Bildung nennen. Wir brauchen die bestmögliche Ausbildung für unsere Jugend! Daher unterstützen wir zum Beispiel konkrete Projekte in Schulen - etwa den „Rollenden Physikkoffer" und „Leonardino", deren Ziel es ist, jungen Menschen Naturwissenschaften und Technik näherzubringen. Gleichzeitig, und hier liegt eine große Zukunftschance, ist Wien mit 120.000 Studenten eine der wichtigsten Universitätsstädte in Europa. Diese geballte Kraft an Forschergeist muss sich verstärkt auch durch Innova-tionen ausdrücken. Daher sind wir in laufendem Kontakt mit der Elite-universität IST Austria in Maria Gugging, um vorhandene Potenziale zur Vernetzung von Industrie und Forschung weiterzuentwickeln, und führen in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften die „Eduard-Suess-Lectures" durch. Zugleich haben wir in der IV Wien eine Innovations-Task Force eingerichtet, die einerseits in verschiedenen Arbeitsgruppen die Top-Felder auslotet, in denen Wien die Chance hat, einer der internationalen Innovationsspitzenreiter zu werden, und auf der anderen Seite Ansätze für konkrete Projekte entwickeln wird.

 

Parallel und ergänzend dazu brauchen wir für unsere Gesellschaft in Wien, gleichgültig ob Wahlkampf ist oder nicht, qualifizierte Zuwanderung. Man darf vor allem in schwierigeren Zeiten nicht Barrieren errichten und Menschen aussperren. Wir brauchen das Gegenteil: Die besten Hände und Köpfe sollen für unsere Zukunft nach Österreich kommen.
Unser Ziel ist es, in Österreich eine Neudefinition der Zuwanderungs-politik zu erreichen - weg von den Quoten hin zu einem kriteriengeleiteten System, das arbeitsmarkt-, sozial- und bildungspolitische Aspekte mit einbezieht. Gemeinsam mit Partnern erarbeitet die IV Wien darum derzeit ein Wiener Zuwanderungskonzept. Wichtig wird es sein, das Thema positiv und als Chance zu positionieren. Für die Unternehmensebene haben wir gemeinsam mit der Bundes-IV und dem Interkulturellen Zentrum eine umfangreiche Maßnahmenbroschüre zum Thema „Integration in Unternehmen" erstellt.

 

Aus unserer Sicht muss auch der Zusammenhang von Migration und Integration (mehr Infos zum Thema) mit dem Themengebiet Asyl stärker beachtet werden. Nur wenn heute ein umfassendes Konzept für qualifizierte Zuwanderung erstellt wird, stehen wir morgen nicht vor dem Problem weiterer nicht integrierter Menschen. Deshalb unterstützt die IV Wien auch die Vereine Ute Bock (konkret das Projekt „Bock auf Klassik") und lobby.16, die sich für die Flüchtlingshilfe engagieren.

Die Attraktivität eines Standortes wird aber auch maßgeblich vom Infrastruktur-Angebot, insbesondere Verkehrsinfrastruktur, IKT sowie Energie, bestimmt. Für die Aktivitäten der IV Wien im Infrastrukturbereich seien hier nur drei Beispiele genannt: Derzeit arbeiten wir gemeinsam mit Partnern an einer möglichen Neugestaltung des Nahverkehrs für Wien und das Umland. Zum Zukunftsthema IKT entwickelt eine Projektgruppe derzeit konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung des IKT-Standortes Wien.

 

Auch die Verlängerung des russischen Breitspureisenbahnsystems in Verbindung mit der Etablierung eines Logistiknetzwerkes treiben wir intensiv voran. Im Mai 2009 wurde in einem Abkommen der vier Teilnehmerländer Österreich, Russland, Slowakei und Ukraine eine Projektgesellschaft gegründet. Die Gesellschaft wird im Laufe des Jahres 2010 eine Machbarkeitsstudie zur Verlängerung des Breitspursystems ausarbeiten. Im Sommer dieses Jahres fand ein Treffen der IV Wien mit dem Präsidenten der Russischen Eisenbahnen, Vladimir Ivanovich Yakunin, statt, der anschließend auch Referent bei unserem Arbeitskreis beim Forum Alpbach zu den Themen „Logistik und Breitspur" war. In den nächsten Monaten werden wir an diesem Thema weiterarbeiten und einen hochkarätigen IV-Workshop abhalten.

 

Wien kann als Standort aber nur erfolgreich sein, wenn wir uns als Teil der Europäischen Union verstehen und die europäische Integration aktiv mitgestalten. Auf der Basis einer Mitgliederbefragung haben wir vor diesem Hintergrund ein „Europamanifest" mit Forderungen der Wiener Industrie zum Thema EU erarbeitet und an die österreichischen Delegationen im EU-Parlament übergeben.

 

Alle genannten Themenbereiche sind auch im Standortabkommen der IV Wien mit der Stadt Wien enthalten. Das Abkommen wurde im Jahr 2006 erstmals abgeschlossen, wurde seither laufend weiterentwickelt und wird in einer aktualisierten Version im Jänner 2010 im Rahmen einer Pressekonferenz mit der Stadtregierung neu präsentiert. An dieser Stelle möchte ich auch auf den neuen Projektfolder der IV Wien hinweisen, der dieser Ausgabe der iv.positionen beigefügt ist. Die Broschüre „Visionen, Ziele, Projekte - Die Wissens- und Industriemetropole Wien" soll einen Überblick über alle unsere Projekte geben.

 

Sie sehen, uns in der Industrie ist wichtig, dass wir den Hebel in mehreren Bereichen ansetzen - von Migration und Integration über Bildung sowie F&E und Infrastrukturentwicklung bis hin zu großen politischen Themenblöcken wie „Europa". Denn nur durch ein ganzheitliches Konzept kann sich Wien zu einem Wirtschaftsstandort entwickeln, der auch langfristig konkurrenzfähig bleibt.


[ IV Wien ]

Mag. Georg Kapsch, IV-Wien-Präsident
Mag. Georg Kapsch, IV-Wien-Präsident

vlnr.: IV-Wien-Präsident Georg Kapsch, Othmar Karas, IV-Wien-GF Johannes Höhrhan-Hochmiller 



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