|
[ 15.11.2009 ]
Industrie für transparentes kritieriengeleitetes ZuwanderungssystemFür ein transparentes Kritieriengeleitetes Zuwanderungssystem sprach sich der Vorsitzende des IV-Ausschusses Gesellschaftspolitik und Präsident der IV-Wien Georg Kapsch Sonntagabend in der ORF-Diskussion „Im Zentrum“ aus.„Es gibt viele Länder, die ein solches System nach Kriterien wie Ausbildung, Alter und Sprachkenntnissen bereits erfolgreich anwenden."
„Österreich braucht qualifizierte Zuwanderung", betonte Kapsch. Das derzeitige Fremdenrecht sei „grundsätzlich überarbeitungsbedürftig - es ist viel zu komplex, niemand kennt sich mehr aus." Migration und Asyl seien zu trennen. Es sei problematisch, dass Asylwerber in Österreich derzeit nicht arbeiten dürften. „Das kostet uns Geld und es ist für Menschen schlimm, nicht arbeiten zu dürfen. Wir haben viele hochqualifizierte Asylwerber, die arbeiten sollten. Sie sind dann auch unsere Botschafter in der Welt, wenn sie in ihre Herkunftsländer zurückgehen."
„Wir sollten in der Migrationsdiskussion weg von der Ideologie und hin zu einer sachlichen Diskussion. Quoten waren bei der Zuwanderung nie ein guter Ratgeber und wurden daher von der Industrie immer abgelehnt", so Kapsch. Sicherheit, Migration und Asyl dürfe nicht in einen Topf geworfen werden. „Aber wenn wir eine positive Stimmung zum Thema haben, werden wir die Frage lösen." „Riesige Migrationsströme" seien auch in Zukunft nicht zu erwarten. Auf 250 in Österreich ansässige Menschen komme derzeit jährlich ein Migrant. Kapsch betonte, „die Industrie lässt niemand liegen und investiert außerordentlich viel in Ausbildung. Wir nehmen unsere gesellschaftspolitische Verantwortung als Unternehmer wahr und stehen nicht für Lohndumping. Wir wollen ja, dass Höherqualifizierte zuwandern."
Kapsch sprach sich für eine dringend erforderliche Beschleunigung der Asylverfahren aus. Dies müsse durch eine qualitative und quantitative Aufstockung des bearbeitenden Personals erreicht werden, „das ist das Um und Auf." Er verwies auf derzeit 28.000 anhängige Asylverfahren, von denen 21.000 in zweiter Instanz seien. Zur aktuellen Debatte über das Asylverfahren der Familie Zogaj sagte Kapsch, in diesem Fall gäbe es „nur Verlierer. Das kann wohl niemand wollen." [ IV-Wien ]
|
|