|
[ 02.10.2009 ]
Infrastrukturinvestitionen für die Twin City-Region!Es ist wichtig, gerade jetzt in Infrastruktur zu investieren, meint IV-Wien-Präsident Georg Kapsch in seinem aktuellen Leitartikel.Die aktuelle konjunkturelle Situation ist nicht einfach, das ist unbestritten. Klar ist aber auch, dass die wirtschaftliche Entwicklung wieder nach oben zeigen wird. Umso wichtiger ist es, gerade jetzt in Infrastruktur zu investieren, denn eine leistungsfähige Infrastruktur ist ein starker Motor für die Wirtschaft. Unsere Region im Zentrum Europas hat bereits heute vor allem für den zentral- und osteuropäischen Raum eine starke Drehscheibenfunktion. Durch diesen Vorteil haben gerade Investitionen in Infrastruktur besonders starke Effekte für die Volkswirtschaft. Investiert werden muss dabei sowohl in Straßen-, Schienen- und Wasserstraßenprojekte als auch in die Bereiche IKT und Energie.
Ein Infrastruktursektor, dem vor allem in einem urbanen Raum wie Wien - neben dem Verkehr - eine zentrale Rolle zukommt, ist die Informations- und Kommunikationstech-nologie. Wien muss hier eine Vorreiterrolle einnehmen, wobei nicht nur der IKT-Ausbau weiter vorangetrieben werden muss, in Wien geht es vor allem darum, dass auch der Ausnutzungsgrad der vorhandenen IKT-Infrastruktur gestärkt wird. Die IKT-Branche ist ein Wachstumsmotor: Das geplante Investitionsvolumen der IKT-Branche wird in den nächsten fünf Jahren mit 2 Mrd. € beziffert. Insgesamt macht der IKT-Bereich bereits heute 4,4 %1 des BIP in Österreich aus. Damit verbunden sind rund 112.0002 heimische Arbeitsplätze im IKT-Sektor.
Der Beitrag der IV Wien zur Modernisierung der Infrastruktur in ihrer Gesamtheit besteht dabei vor allem in der Arbeit an konkreten Projekten. So forciert die Wiener Industrie bekanntlich seit vielen Jahren die Entwicklung der „Europa Region Mitte" mit der Twin City Wien - Niederösterreich - Bratislava im Zentrum. Die potenzielle Verlängerung des russischen Eisenbahnbreitspursystems in diese Region ist uns dabei ein Anliegen. Besondere Attraktivität erlangt dieses Projekt aber in Verbindung mit der Etablierung eines Logistiknetzwerkes im Twin City-Raum. Unser Ziel ist es, dass die Verteilung der Güter und die damit in Verbindung stehenden Dienstleis-tungen in Zukunft in unserer bereits gut vernetzten Region stattfinden. Ein „Umladen" oder ein „Umspuren" ist prinzipiell an jedem Punkt der Bahnstrecke möglich, jedoch bietet vor allem der Twin City-Raum die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen zur Etablierung eines solchen mitteleuropäischen Logistikknotens. Durch die aktive Zusammenarbeit mit den Russischen Staatsbahnen und deren Präsidenten Vladimir Yakunin, der auch kürzlich an einem Arbeitskreis der IV Wien beim Forum Alpbach teilgenommen hat, nimmt das Projekt immer konkretere Formen an.
Konkrete Infrastrukturprojekte sind aber nur dann in einer sinnvollen Weise realisierbar, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen förderlich und nicht blockierend sind. Leider gibt es hier in Österreich noch einige Barrieren aus dem Weg zu räumen: Kompetenzzersplitterungen in der Raumordnung müssen aufgehoben und Koordinationsvorschriften für die einzelnen Ebenen gefunden werden.
Um es noch einmal zu verdeutlichen: Investitionen in die Infrastruktur bringen nicht nur dringend benötigte Impulse für die Volkswirtschaft, eine moderne Infrastruktur ist auch die Basis für künftige wirtschaftliche Prosperität in unserer Re-gion. Wann. wenn nicht jetzt müssen wir daher Taten setzen!? [ IV Wien ]
|
|