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[ 09.09.2009 ]

Forum Alpbach: Wien als transkontinentale Logistikdrehscheibe

Wien hat ein enormes Potential zu einer transkontinentalen Logistikdrehscheibe in Europa zu werden, dies vor allem in Verbindung mit der Verlängerung des russischen Eisenbahn-Breitspursystems nach Wien.

Darüber waren sich Vladimir Ivanovich Yakunin (Präsident der Russischen Eisenbahnen), Wolfgang Hesoun (IV-Wien Vizepräsident und Vorsitzender des Vorstandes A. PORR AG), Horst Pöchhacker (Vorsitzender des Aufsichtsrates der ÖBB), die Wiener Vizebürgermeisterin Renate Brauner und der Geschäftsführer der IV-Wien, Johannes Höhrhan beim Arbeitskreis „Connecting Markets, Connecting Continets - Logistik als Motor für Wachstum" der IV Wien in Alpbach einig.

 

Derzeit endet das russische Breitspursystem nur ca. 480km entfernt im ukrainisch-slowakischen Grenzraum. Die Weiterführung der Breitspur in Verbindung mit der Errichtung eines quatromodales Logistiknetzwerkes (Schiene, Straße, Flughäfen und die weitgehend ungenutzte Wasserstraße Donau, die noch ein hohes Ausbaupotential hat) im Twin-City Raum Wien-Bratislava würde den Handel mit Russland und bis nach Asien intensivieren.

 

10 Tage schneller als das Schiff

Derzeit wird zudem der Großteil des Handels zwischen dem östlichen Russland, Asien und Europa über den viel längeren Seeweg abgewickelt. Wolfgang Hesoun ergänzte dazu: „Würde die Breitspurbahn in Zukunft in Wien enden, könnten die Waren von China rund 10 Tage schneller in Mitteleuropa eintrefffen als per Schiff bzw. über die Häfen in Nordeuropa. Zudem könnten vor allem in Verbindung mit der Errichtung eines Logistiknetzwerkes weitaus größere Warenströme über die Breitspurbahn abgewickelt werden als heute, da die infrastrukturellen Voraussetzungen in der Region Wien-Bratislava mehr als ein „einfaches Umladen" der Ware von der Breitspur auf die Normalspur erlauben."

 

Eines der wichtigsten Projekte der russischen Eisenbahnen

Hauptredner Vladimir Yakunin hob das Projekt nicht nur als „eines der wichtigsten Vorhaben der russischen Eisenbahnen" hervor, er betonte zudem, dass die Route nach Wien „besonders konkurrenzfähig" sei. Die Zahlen und Fakten hinter seinem Unternehmen sind beeindruckend und unterstreichen die Wichtigkeit der russischen Eisenbahnen als Partner in diesem Projekt. Das Unternehmen ist mit fast 16 Milliarden Euro Betriebseinkommen das viertgrößte Russlands, beschäftigt mehr als 1,2 Millionen Menschen und befördert rund 1,3 Milliarden Passagiere jährlich sowie 83 Prozent der gesamten Fracht in Russland.

 

Machbarkeitsstudie ab Herbst

Hort Pöchhacker kündigte den Start einer detaillierten Machbarkeitsstudie durch die erst vor wenigen Monaten gegründete Projektgesellschaft der Partnerländer Russland, Österreich, Ukraine und Slowakei noch im Herbst dieses Jahres an. Pöchhacker betonte zudem: „Wird die Infrastruktur vernachlässigt, merkt man es zuerst nicht, längerfristig sind die Folgen jedoch verheerend, wie das Beispiel Streyr in Oberösterreich zeigt: Die Stadt war lange ein wichtigerer Handelsstützpunkt als Linz, bis eine Bürgerinitiative den Bau der Eisenbahn verhinderte - die Folgen sind heute allen bekannt."

 

Wichtige Rolle für Wiener Hafen

Renate Brauner bezeichnete das Projekt aus innerösterreichischer Perspektive als ein „sehr interessantes Gemeinschaftsprojekt von Bund, Stadt Wien, Land Niederösterreich und den ÖBB". In Zusammenhang mit der Errichtung eines Logistikhubs werde dem Wiener Hafen „eine wichtige Rolle zukommen", so Brauner weiter. Die Vizebürgermeisterin hob außerdem die große Rolle hervor, die bereits heute russische Unternehmen in Wien spielen.

 

In der Abschlussdiskussion betonten alle Diskutanten nochmals die große Chance, die eine Verlängerung des Breitspursystems und die Errichtung eines Logistiknetzwerkes für die Region mit sich bringen würde. Yakunin stellte dabei treffend fest: „Wenn wir die Chance nicht nutzen, dann macht es ein Anderer."


[ IV Wien ]

Der Präsident der Russischen Eisenbahnen Vladimir Yakunin bekräftigte das Commitment Russland zur Breitspurverlängerung bis Wien
Der Präsident der Russischen Eisenbahnen Vladimir Yakunin bekräftigte das Commitment Russland zur Breitspurverlängerung bis Wien




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