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[ 03.07.2009 ]
Industrie: Gestaltung von Zuwanderung muss Priorität habenWeitsicht und Nachhaltigkeit bei Migration und Integration dringend notwendig – Beschlüsse des ÖGB-Kongresses zu Asyl begrüßenswert„Die Politik darf die Augen nicht länger vor der Realität verschließen: Österreich ist ein Einwanderungsland", betonte Mag. Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Wien und Vorsitzender des gesellschaftspolitischen Ausschusses der IV. Die Richtigkeit der Forderung der IV, ein zukunftsorientiertes und kriteriengeleitetes Migrationssystem in Österreich einzuführen, werde durch eine Studie nach der anderen bestätigt. „Wir werden daher auch weiterhin für Weitblick und Nachhaltigkeit im Bereich von Migration und Integration eintreten", so Kapsch, der etwa auf den jüngsten OECD-Bericht zu den Auswirkungen von Migration auf den Arbeitsmarkt verwies. So werde es nach dem Wirtschaftsaufschwung wieder zu mehr Zuwanderung kommen, weswegen sich Österreich mit Ideen zu einer besseren Steuerung der Zuströme sowie besseren Bedingungen für eine gelungene Integration von Menschen mit Migrationshintergrund vorbereiten solle. Für die Politik sollte eine aktivere Gestaltung von Zuwanderung und die Förderung von Integration nicht zuletzt deshalb oberste Priorität haben, da es laut OECD ohne Zuwanderung in 15 Jahren ein Viertel weniger Menschen zwischen 20 und 24 Jahren geben werde. Auch die Ergebnisse der kürzlich durchgeführten Befragung „Migration Mirror" von Unternehmen und Experten zur Situation von Migrantinnen und Migranten in Österreich bestätigen die IV. So sind trotz Krise immer noch neun von zehn Befragten der Ansicht, dass Österreich für seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft mehr Zuwanderung von qualifizierten Personen braucht. Fast alle Befragten meinen, dass dafür mehr Offenheit für die Zuwanderung aus den neuen EU-Mitgliedstaaten notwendig ist und sogar um 13% mehr Befragte als noch im September (83%) fordern einen erleichterten Arbeitsmarktzugang für Personen aus den neuen EU-Mitgliedsländern. Nicht unterschätzt werden dürften zudem die gesellschaftspolitischen Herausforderungen, unterstrich der Präsident der IV Wien: „Die aktuelle Wertestudie ‚Die Österreicher innen' belegt leider, dass der überwiegende Teil der befragten Österreicherinnen und Österreicher zu Ausländerfeindlichkeit neigt und Unmut gegenüber Zuwanderung äußert." Eine Begründung für diese Haltung sehen Experten vor allem in der intransparenten Migrationspolitik Österreichs sowie in der Art und Weise wie Asylpolitik betrieben wird. „Migration, Integration und Asyl sind Themen, die gemeinsam bearbeitet werden müssen, denn solange keine nachhaltigen Maßnahmen in der Migrations- und Integrationspolitik gesetzt werden und kein umfassendes Migrations- und Integrationssystem installiert ist, wird auch die Asylpolitik nicht aus dem Dilemma kommen", ist sich Kapsch sicher. Begrüßenswert seien in diesem Zusammenhang, dass der ÖGB in seinem heute beschlossenen Grundsatzprogramm fordert, Asylwerbenden den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, sowie die Verfahren zu beschleunigen. „Auch die Industrie fordert dies schon länger", wie Kapsch anmerkte. Des Weiteren fordert der ÖGB, ebenfalls parallel zu IV, eine unabhängige und permanente Stelle, um Migration und Integration in Österreich effizienter zu gestalten und zu koordinieren. „Vielleicht werden die Überlegungen zu einem Staatssekretariat für Migration und Integration ja doch wieder aufgenommen. Fest steht, dass dies entscheidende Impulse für einen Paradigmenwechsel geben würde, der in Österreich schon längst hätte stattfinden müssen", so Kapsch. [ IV Wien ]
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