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[ 02.03.2009 ]
Migration und Bildung – die Chancen nutzen!Österreich ist ein Zuwanderungsland – und das ist gut so. "Wir brauchen deshalb unbedingt eine gesteuerte Migrationspolitik", meint IV-Wien-Präsident Kapsch in seinem aktuellen Editorial in den "iv.positionen".Es ist daher zu begrüßen, dass ein Schwerpunkt der seit Dezember amtierenden Bundesregierung Aktivitäten zu Integration und Zuwanderung sind. Am Ende dieses Prozesses soll vor allem eine „Rot-Weiß-Rot-Card" stehen - aus der nach unserer Idee ein kriteriengeleitetes Zuwanderungssystem wie etwa in den „klassischen" Einwanderungsländern Kanada oder Australien entsteht. Denn die derzeit geltende Schlüsselkräftequote ist unbefriedigend. Vielmehr braucht es ein herzeigbares NEUES Modell, das unsere wirtschaftliche und gesellschaftliche Internationalität und das Selbstverständnis als Zuwanderungsland unterstreicht.
Dass der österreichische Arbeitsmarkt überrannt wird, ist - das zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre - jedenfalls nicht zu befürchten. Daher trete ich auch weiterhin für eine Öffnung des Arbeitsmarkts gegenüber den neuen EU-Ländern ein, obwohl mittlerweile seitens der Bundesregierung klar ist, dass von Österreich die Verlängerung der Fristen bis 2011 angestrebt wird.
Darüber hinaus muss ein modernes Zuwanderungsmodell für Migranten aus Drittstaaten - wie es die Industrie auch schon präzisiert hat - vor allem auf qualifizierte Fachkräfte abzielen, soll sich aber nicht auf sie allein beschränken. Neue, klare und transparente Formen der Zuwanderung inklusive einem raschen Arbeitsmarktzugang braucht es etwa auch für Hochqualifizierte und für Studierende. Wichtig dabei sind die Rahmenbedingungen: Umfassende Information und Beratung bereits im Herkunftsland, unbürokratische Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen sowie professionelle Begleitung von Zuwandernden bei der Integration in Österreich. Zuwanderung wird immer mehr auch eine Frage der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Region und ist somit insgesamt von zentraler Bedeutung für den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich. Österreich muss deshalb ganz gezielt und aktiv die besten Hände und Köpfe anwerben.
Neben dem Zuwanderungskonzept ist von der Bundesregierung auch der geplante „Nationale Aktionsplan für Integration" überfällig - gerade die Stadt Wien mit fast einem Drittel Menschen mit Migrationshintergrund spürt das. Auch hier wird die IV Wien mitarbeiten und vor allem Maßnahmen in den Kernkriterien Bildung, Qualifikation und Arbeitsmarktzugang einfordern.
Internationale Erfahrungen zeigen, dass gerade kleinere Länder von selektiver Zuwanderung profitieren und diese dadurch unter anderem nachhaltiges Wirtschaftswachstum und die Sicherung des Wohlstands gewährleisten. Migration ist daher aus -meiner Sicht Chance und nicht Bedrohung. Mit mehr Ehrlichkeit, Transparenz und Klarheit sollen Zuwanderung und Integration Themen werden, bei denen alle Beteiligten gewinnen können.
Vor allem aber gilt es, die Internationalität unseres Landes insgesamt zu fördern. Wir brauchen bewusstseins-bildende Maßnahmen, damit Migration und Integration Basis unseres Erfolgs werden können. Rechte und Pflichten gibt es dabei auf beiden Seiten. Unserer Offenheit muss der Wille von Migranten gegenüberstehen, sich zu integrieren.
Stichwort „Internationalität" und „beste Köpfe" - Migration, ob vorübergehende oder auf Dauer, sollte keine Einbahnstraße sein. Denn fest steht aus meiner Sicht: Ergänzend zum bestmöglichen Bildungssystem im Inland (als eines der reichsten Länder der Welt müssen wir uns ein solches leisten können!) sind es die konkreten Ausbildungen und Praktika im Ausland und die daraus entstehenden Erfahrungen mit anderen Kulturen, die für unsere Jugend ein essenzieller Vorteil sind.
Die Industrie als DIE Vorreiterin bei der EU-Integration und größter Aus- und Weiterbilder von Beschäftigten in Österreich ist daher von Beginn an ein Unterstützer etwa von europäischen Mobilitätsprogrammen gewesen. Die EU bietet hier ungeheure Chancen: Österreichische Jugendliche können die zahlreichen Möglichkeiten nutzen, um internationale Erfahrungen zu sammeln.
Ich denke, wir alle sind uns in dieser Frage einig: Die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen ist unsere Verantwortung und unser größtes Potenzial. Damit Wien wieder eine TOP-Bildungsstadt wird, müsste ein Bündel von Maßnahmen ergriffen werden, wie unter anderem ein verpflichtendes Vorschuljahr, eine Qualitätsverbesserung in der Mittelschule bis hin zur Steigerung des Sozialprestiges des Berufes des Lehrers. [ IV Wien ]
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