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[ 09.02.2009 ]

Schule reformieren

Verbesserung des Unterrichts, Förderung lernschwächerer Kinder, Professionalisierung des Lehrerberufs und eine Reform der Schulverwaltung – diese drei Themenpakete muss die Regierung laut Bildungsexperten Günter Haider besonders rasch umsetzen.

Ein akutes Problem sei laut Haider, Leiter des Bundesinstituts für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE), auch die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im Bildungsbereich. Haider referierte kürzlich im Vorstand der IV Wien im Rahmen des IV-Themenschwerpunkts „Zukunft der Bildung". 77 % der Kinder mit Migrationshintergrund haben vor Eintritt in die Volksschule Sprachdefizite. Ein verpflichtendes Gratis-Kindergartenjahr sei wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Schichten künftig im Schulsystem nicht mehr diskriminiert werden. „Dinge, die im Kindergarten versäumt wurden, lassen sich später sehr schwer kompensieren. Die Leistungen der ­österreichischen Schüler stagnieren auf mittelmäßigem ­Niveau." Auf diesen Nenner brachte Haider die Ergebnisse der kürzlich präsentierten internationalen Bildungsvergleichsstudie TIMSS (Trends in ­International Mathematics and Science Study).

  

Lehrerberuf aufwerten

„Durch die frühe Selektion im Bildungssystem wird viel Potenzial verschleudert", kritisierte Haider. Denn darüber, ob ein Kind die AHS besucht, entscheide vor allem die Bildung der Eltern, verwies der Bildungsexperte auf eine Studie aus 2007. Diese habe gezeigt, dass 71 % der Kinder von Akademikern eine AHS besuchen, aber nur 28 % der Kinder mit Eltern, die Pflicht- oder Berufsschulabschluss haben. Der Unterricht müsse weiter individualisiert und die Qualitätsentwicklung an den Schulen vorangetrieben werden, so Haider. Bei den Lehrern müsse neben der gemeinsamen akademischen Ausbildung auch eine verpflichtende Fortbildung festgeschrieben werden. Bezahlung wie auch Karrieremodelle sollen nach seinem Wunsch künftig von der Leistung abhängig sein und der Lehrerberuf durch bessere Anfangsgehälter aufgewertet werden. Ohne eine Reform der Schulverwaltungsstruktur ist all das laut Haider allerdings nicht umsetzbar. „Wir brauchen eine schlanke und durchgriffsfähige Managementstruktur."


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