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[ 11.12.2008 ]
Zukunftsstandort WienNachfolgend umreißt der neue IV-Wien-Präsident in seinem ersten Editorial in den "iv.positionen" seine Schwerpunkte für die Industriestadt Wien.Die Wiener Industrie als neuer Präsident der IV Wien vertreten zu dürfen, ist eine ebenso spannende wie vielfältige Aufgabe, die ich in Kenntnis der Stärken unserer Betriebe, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des Standorts gemeinsam mit meinem Team mit Freude und Zukunftsoptimismus übernehme. Den inhaltlichen Rahmen unserer Arbeit für die „Industriestadt Wien" in den kommenden drei Jahren sollen dabei vor allem die vier Zukunftsfragen: „Gesellschaft", „Bildung und Forschung", „Infrastruktur" sowie „Industriestandort Stadt" bilden, die Wachstum und Wohlstand sicherstellen können.
Nur ein intensives Engagement in all diesen Faktoren führt letztlich zu einem hervorragenden Umfeld für einen erfolgreichen Industrie- und somit auch Wachstums- und Beschäftigungsstandort - insbesondere dann, wenn wir
Dabei braucht es eine feste Verankerung in der Stadt, im Bund und vor allem auch in Europa, und es braucht nachhaltige Werte und Gestaltungswillen. Ich habe keinen Zweifel, dass wir als schlanke, aber schlagkräftige Organisation - mein Dank gilt hier nicht zuletzt meinem Vorgänger Albert Hochleitner und seinem Team - alle diese Qualitäten mitbringen.
Als Industrie leben wir „Verantwortung" in unseren Unternehmen. Gerade im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von heute und morgen müssen wir massiv in den Zukunftsbereich Bildung - Schule, Lehre, Fachhochschulen, Universitäten - investieren. Denn die Verfügbarkeit von intellektuellem Kapital wird immer zentraler für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und somit des Standortes insgesamt. Im Rahmen der Gesellschaftspolitik der IV Wien stehen deshalb nicht zuletzt „Migration und Integration" im Mittelpunkt. Wir brauchen qualifizierte Zuwanderung und ein kriteriengeleitetes Zuwanderungssystem, für welches die neue Regierung - nicht zuletzt auf Betreiben der Industrie - erste Schritte setzt. In unserer Stadt mit dem österreichweit größten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund brauchen wir auch eine Integrationsinitiative, weil nur in einer offenen Stadt das Zusammenleben gut gelingen kann.
Wir brauchen in Wien aber auch starke Strukturen für Forschung. Die bereits bestehenden Zahlen sind eindrucksvoll, dürfen aber kein Ruhekissen sein: In Wien arbeiten rund 35.000 Menschen in über 1.000 Forschungsseinrichtungen, fast 40 % der österreichweiten Forschungsausgaben werden in unserer Stadt getätigt. Gleichzeitig - und hier liegt die größte Zukunftschance - ist Wien mit 120.000 Studenten in Europa DIE Studentenstadt schlechthin, 200.000 sind es in der Twin City-Region. Hier, bei dieser Vernetzung, müssen wir gerade in Wien unsere Vorteile ausnützen.
Insgesamt ist Wien das Zentrum und die Drehscheibe für die Wirtschaft in Mittel- und Osteuropa geworden. Gerade angesichts der wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist die Entwicklung der „Twin City-Region Wien - Bratislava" die größte Wachstumschance für die „Europa Region Mitte". Sie kann und sollte zum Wachstumsmotor für die Slowakei und Österreich werden.
Dabei muss uns klar sein, die Attraktivität eines Standorts wird maßgeblich vom vorhandenen Angebot an Infrastruktur, insbesondere der Verkehrsinfrastruktur, bestimmt. Hier dürfen wir keine Zeit vergeuden. Die gute Zusammenarbeit zwischen der Wiener Industrie und der Stadt ist gerade jetzt gefordert und hat auch eine gewisse Tradition. Daher werden wir unsere 2006 erstmals unterzeichnete Standortvereinbarung, die heuer weiterentwickelt wurde, gemeinsam noch weiter vertiefen und umsetzen.
Zahlreiche und vor allem ambitionierte Maßnahmen und Aktivitäten - insbesondere gemeinsam mit Partnern - werden uns bei der Realisierung unseres Ziels, Wien als „Zukunftsstandort" zu verankern, optimal unterstützen. Bei aller berechtigten Sorge sollte uns - ich darf auf das Stichwort „Optimismus" vom Beginn zurückkommen - bewusst sein: Wir haben auf Grund richtiger Strukturmaßnahmen in der Vergangenheit eine bessere Ausgangsposition, die aktuelle Finanzkrise und den Konjunkturabschwung zu meistern, als andere Standorte. Wenn wir es richtig machen, werden wir auch schneller wieder in den Aufschwung kommen.
[ IV Wien ]
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