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[ 12.11.2008 ]

Was hätten wir denn ohne EU und Euro getan?

Die Wiener Industrie begrüßt angesichts der Finanzkrise die rasche Reaktion Europas sowie der Bundes- und Wiener Landesregierung, betonte IV-Wien-Präsident Albert Hochleitner in einem aktuellen „Radio-Wien“-Interview.

Die derzeitige Krise sei „auch ein guter Anlass, über die EU zu reden. Was hätten wir denn ohne unsere EU-Integration und den Euro getan?" Insgesamt seien die auf europäischer, nationaler und kommunaler Ebene gesetzten Konjunkturmaßnahmen „für die Wiener Industrie adäquat". Der Abwärtstrend habe sich lang vorher abgezeichnet und sei jetzt durch die Finanzkrise verstärkt worden. „Wenn es notwendig ist, gilt es, natürlich noch mehr zu tun." Dabei mache vor allem der öffentliche und teilöffentliche Sektor der Wirtschaft Sorge. Hier seien teilweise mehrere Jahre „vergeudet worden".

 

Grundsätzlich begrüßt wird seitens der Wiener Industrie auch das Wiener Konjunkturpaket mit zusätzlichen 100 Millionen Euro. Dieser Betrag soll ja in zukunftsweisende Investitionen für Infrastruktur, Technologie-, Wirtschafts- und -Forschungsförderung, Klimaschutz und Arbeitsmarkt fließen. Gleichzeitig würden im Rahmen des Konjunkturpakets auf Bundesebene dringende Schritte zur Stärkung der Eigen- und Fremdkapitalzufuhr auf Unternehmensebene fehlen. „Um die Kapitalbasis der Unternehmen zu stärken und den bevorstehenden Einbruch bei der Investitionstätigkeit abzufangen, bedarf es der Abschaffung der Gesellschaftssteuer ebenso wie der Kreditvertrags- und Darlehensgebühr. Diese Maßnahmen sind - wann, wenn nicht jetzt? - ein Gebot der Stunde", betonte Hochleitner. Daneben seien aus Sicht des Standortes Wien Investitionen in Forschung und Entwicklung heute „Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze von morgen".

 

Für die Wiener Industrie ist gerade angesichts der wirtschaftlich schwieriger werdenden Zeiten klar: „Die Entwicklung der „Twin City Region Wien - Bratislava" stellt die größte Wachstumschance für die ‚Europa Region Mitte' dar. Die „Twin City Region" hat das Potenzial, zum Wachstumsmotor für die Slowakei und Österreich zu werden. Ob sie das wird, ist eine Frage des Gestaltungswillens der Politik. Die Industrie verfolgt dieses Projekt seit 10 Jahren, zuerst als Vision, nun als konkretes Ziel", sagte der IV-Wien-Präsident.

 

Die komplementären Strukturen von Wien und Bratislava ermöglichen eine sich wechselseitig verstärkende Entwicklung. Die Ansiedelung großer internationaler Unternehmen der Automobilindustrie hat die Westslowakei gleichsam zum "Detroit Europas" gemacht. Beide Städte liegen am Rand ihres jeweiligen Staatsgebietes und Bratislava ist größer als Graz und Linz gemeinsam - bei einer Entfernung von weniger als 50 Kilometern. „Erreichbarkeit ist einer der Schlüsselaspekte für die Wirtschaftsentwicklung und damit für Wachstum. Daher müssen wir in Wien aufgrund unserer besonders vorteilhaften Lage besonders bei der Infrastruktur - Stichwort vor allem S7 als kostengünstigstes und am schnellsten umsetzbares Projekt - ansetzen", betonte Hochleitner.


[ IV Wien ]

DI Dr. h.c. Albert Hochleitner, Präsident der IV Wien
DI Dr. h.c. Albert Hochleitner, Präsident der IV Wien




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