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[ 20.10.2008 ]

S7 zahlt sich aus!

Ein neues Bewertungstool der IV Wien für Infrastrukturprojekte lässt aufhorchen. Mehr Objektivität und Transparenz in den Entscheidungsprozessen steht im Zentrum.

Im Be­reich der Infrastruktur, vor allem im Verkehrswegebau, war­ten auf die nächste Bundesregie­rung große Herausforderungen. Der Ausbau von Straße und Schie­ne stößt aber immer wieder auf scheinbar unüberbrückbare Finan­zierungsprobleme, die manche wichtige Projekte entweder zum Erliegen bringen oder um mehrere Jahre prolongieren (siehe etwa den Ausbau des Semmering- oder des Koralm-Basistunnels).

 

IV bietet Lösung

Nun ergreift die IV Wien die Initiative und möchte sich noch stärker in der Infrastruktur­politik positionieren. Ein in ihrem Auftrag vom Beratungsunterneh­men KPMG erstelltes Tool zur Be­wertung von Infrastrukturprojekten soll konkret zu einer zukunftswei­senden Infrastrukturpolitik beitra­gen. Die Tool-Box stellt für jedes In­frastrukturprojekt den betriebswirt­schaftlichen, nicht den politischen, Aspekt in den Vordergrund.

Vor allem Planungs- und Errich­tungskosten, Fremd- bzw. öffent­liches Kapital sowie eventuelle Projektrisiken werden berücksich­tigt. Die Projektkosten werden zu­dem über die gesamte Projektdauer errechnet. So lassen sich konkrete Straßen- und Bahnprojekte nach Wichtigkeit und Finanzierbarkeit reihen und vergleichend bewerten. Dafür werden einheitliche Schlüs­sel herangezogen. So wird laut IV der Entscheidungsspielraum der Politik wesentlich erweitert, weil wichtige sachliche Parameter eines Infrastrukturprojekts außer Streit gestellt sind. „Bisherige Infrastruk­turentscheidungen wurden primär politisch getroffen, sie betriebswirt­schaftlich unter die Lupe zu neh­men, ist wesentlich zielführender", sagte kürzlich IV-Wien-Präsident Dr. Albert Hochleitner gegenüber den Medien.

 

S7 als Beispiel

Der Entwicklung dieser „Tool-Box" liegt ein kon­kretes Infrastrukturprojekt zugrun­de. Die IV Wien wollte den schon lange von IV Wien und IV Niederösterreich geforderten Lücken­schluss zwischen Wolfsthal und Bratislava auf der S-Bahn-Stre­cke S7 und den Ausbau der S7 zu einem wichtigen Regionalverkehrs­mittel in der Twin City prüfen las­sen. Die Analyse mittels des neu­en Tools hat ergeben, dass sich der Ausbau der S7 gewinnbringend fi­nanzieren lässt. So würde sich die Bahntrasse zwischen Wolfsthal und Bratislava nach dem KPMG-Bewer­tungsschlüssel unter der Einbin­dung privater Investoren rechnen.

Aus Sicht der IV ist das ein Signal an die politischen Entscheidungs­träger, sich mit dem S7-Ausbau auseinanderzusetzen. Bisher fin­det sich das Projekt nicht einmal im Generalverkehrsplan. „Dabei müsste die Strecke auf der Prioritä­tenliste des Bundes ganz oben ste­hen, weil das Projekt betriebswirt­schaftlich voll gedeckt ist", meint IV-Wien-Präsident Hochleitner.

 

Die IV bietet der Politik ihr Bewer­tungstool übrigens zur freien Ver­fügung an.

 

 

Infrastrukturprojekte ...

  • fallen größtenteils in die Kompetenz der Nationalstaaten
  • haben nachhaltige Auswirkungen auf den Standort
  • besitzen große regionalpolitische Bedeutung
  • sollen als Standortfaktor erkannt werden
  • müssen sachlicher diskutiert werden
  • sind ein Schlüsselfaktor für Wohlstand.

[ IV Wien ]

Präs. Hochleitner: „Die S7 müsste auf der Prioritätenliste ganz oben stehen, weil das Projekt betriebswirtschaftlich voll gedeckt ist.“
Präs. Hochleitner: „Die S7 müsste auf der Prioritätenliste ganz oben stehen, weil das Projekt betriebswirtschaftlich voll gedeckt ist.“




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